Vereins-Chronik

Wie alles begann oder "Es war einmal"



Im Jahr 1973 haben einige Freunde (u.a. Klaus Jurga) und ich überlegt, zukünftig etwas für unsere  Leibesertüchtigung zu tun. Es stellte sich schnell heraus, dass dies eigentlich nur der Tennissport sein könnte. Zum damaligen Zeitpunkt wurde in Hemmerde mit  dem Bau einer Turnhalle begonnen und die Planungen für den neuen Sportplatz lagen aus.

Beim Friseur (unser Mitglied Wolfgang Mickeleit) erzählte ich von unseren Vorstellungen (wie man das beim Friseur eben so macht) und Wolfgang Mickeleit berichtete mir, dass sich in meiner unmittelbaren Nachbarschaft ein Hemmerder Neubürger, Elmar Bonmann, niedergelassen hatte, der als Mitglied des  Bönener Tennisvereins ebenfalls darüber nachdachte, in Hemmerde einen Platz für seine Familie zu bauen. Da bisher keiner von uns je einen Tennisschläger in der Hand hatte, war ich froh, mit einem erfahrenen Tennisspieler sprechen zu können.

Gesagt, getan. Ich nahm Kontakt mit Elmar Bonmann auf und wir
kamen sehr schnell zu dem Entschluss, dass es wenig Sinn macht, nur einen Platz für einige Leute zu bauen, sondern dann auch gleich einen Verein aus der Taufe zu heben, um mit einer genügenden Anzahl von Mitgliedern und Plätzen einen  "ordentlichen Betrieb" gewährleisten zu können.

Wir nahmen dann Kontakt mit dem damaligen Ortsvorsteher Fritz Schürmann auf, um durch die Stadt ein entsprechendes Grundstück zur Verfügung gestellt zu bekommen. Fritz Schürmann erzählte mir, dass sich eine Gruppe Hemmerder Bürger um Heinz Hügel zur Zeit  darum bemühte, dass in der geplanten Turnhalle eine Tennisplatzlinierung mit eingebaut würde. Diese Gruppe wollte in der Turnhalle zu gewissen Zeiten Tennis spielen.

Ich nahm dann auch Kontakt mit Heinz Hügel auf. Auch er schloss
sich spontan unserer Idee, dann doch einen Verein zu gründen, an und so trafen sich am 07. Juli 1974 zur Gründungsversammlung Heinz Hügel, Rolf-Dieter Kattenstroth, Ulrich Niefert, Rolf-Dieter Linden, Elmar Bonmann, Jürgen Fastbinder und ich und behandelten die drei Tagesordnungspunkte, nämlich Anmeldung beim Amtsgericht als eingetragener Verein inkl. Namensgebung, Vorlage und Verabschiedung einer Vereinssatzung und Wahl der Vorstandsmitglieder.

Der damalige Vorstand setzte sich zusammen aus Friedrich Wilhelm Diening als 1.Vorsitzenden, Heinrich Hügel als 2. Vorsitzenden, Rolf-Dieter Kattenstroth als Geschäftsführer, Ulrich Niefert als  Kassenwart, Rolf-Dieter Linden als Sportwart, Elmar Bonmann als Jugendwart und Jürgen Fastbinder als Schriftführer.

Um uns ein wenig von den etablierten Tennisvereinen (Rot-Weiß, Grün-Weiß, Blau-Gold, etc.) abzusetzen, kam Elmar Bonmann auf den originellen Namen "Speckbrett". (Zur Erläuterung: Speckbretter waren zum damaligen Zeitpunkt die Anfängerbretter in der Größe eines Tischtennisschlägers, mit dem Kinder an das Tennisspielen herangeführt wurden) Die erste Mitgliederversammlung mit ca. 50 Personen fand am 19. September 1974 statt.

Mit der Gründung des Vereins haben wir auch gleich ausreichende Übungsstunden in der neuen Turnhalle bekommen. Hier wurde
ausschließlich ein Gruppentraining abgehalten. Während der Tennisstunden ging es immer hoch her; die eine oder andere Brille musste daran glauben, blaue Flecken waren an der Tagesordnung,

Im November 1974 hatten wir schon 100 Mitglieder und diskutierten, nur noch Hemmerder Bürger aufzunehmen (damals waren noch goldene Tenniszeiten).


Platzbau

Nun ging alles Schlag auf Schlag. Wir mussten die Stadt überzeugen, uns ein entsprechendes Grundstück im Bereich des neuen Sportplatzes bzw. der neuen Turnhalle zur Verfügung zu stellen. Unter tatkräftiger Mithilfe und Planung von Eckhard Brunne
haben wir der Stadt einen entsprechenden Vorschlag gemacht; die Stadt musste lediglich einen kleinen Streifen entlang des gesamten Geländes hinzukaufen, um unsere jetzige Anlage realisieren zu können. Ab der Saison 1975 nahmen wir mit einer ersten Herrenmannschaft an den Meisterschaftsspielen des Westfälischen
Tennisverbandes teil. Unsere Heimspiele durften wir freundlicherweise auf den Hartplätzen des Tennisvereins Rot-Weiß Bönen bestreiten.

Im Frühjahr 1977 war es dann soweit. Drei Aschenplätze und der Hartplatz waren fertiggestellt. Was hier nur kurz beschrieben wird, hat für viele Mitglieder eine immense Arbeit bedeutet.

Am 14.05.1977 fand ein erstes Anspielfest und die Einweihung
der Plätze parallel mit der Einweihung des Sportplatzes statt. Da wir uns zum damaligen Zeitpunkt kein Vereinshaus leisten konnten, kamen wir auf die Idee, einen ausrangierten VKU Bus als Aufenthaltsraum auf das Vereinsgelände zu stellen. Einige können sich heute noch an die rasante Abschleppfahrt mit Rolf-Dieter Kattenstroth's Trecker vorweg erinnern. Den Innenausbau nahm unser damaliges Mitglied, Herr Gorschlüter, vor, so dass wir für einige Jahre einen gemütlichen Aufenthaltsbereich mit abgetrennter Umkleideecke hatten. Der Bus war im gesamten Tennisbezirk bekannt und erreichte geradezu "Kultstatus".


Hausbau

Da unser gemütlicher Bus nur ein Provisorium sein konnte, haben wir uns dann ab 1979 auch verstärkt mit der Planung und Realisierung eines Vereinshauses beschäftigt. In einer  denkwürdigen Sitzung am 21.02.1980 über die Konzeption des Vereinshauses wurde in einer von 20:00 bis 24:00 Uhr dauernden Diskussion aufgrund zweier vorgestellter Planungskonzepte grundsätzlich über den Vereinsausbau abgestimmt, der mit einem Patt von 13 : 13 Stimmen endete. Zum Schluss wurde sogar die
Notwendigkeit des Vereinshausbaues in Frage gestellt.
 
Auf der Jahreshauptversammlung 1980 wurde dann mit der Vorstandswahl auch gleichzeitig die Wahl der  Vereinshauskonzeption verbunden, d.h. mit der Vorstandswahl wurde auch die vom Vorstand favorisierte Vereinshausform mitgewählt.

Die Abstimmung ergab mit 57 Ja-Stimmen ein überwältigendes und ermutigendes Ergebnis für den Vereinshausbau bei drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen. In der Zwischenzeit wurden die möglichen Zuschussanträge bei der Stadt und bei der Regierung in Arnsberg gestellt und es dauerte doch noch bis 1984, um den Vereinshausbau in Angriff nehmen zu können. Um die lange Wartezeit zu überbrücken, haben wir uns 1982 entschlossen, "schnell" die Platzanlage um zwei weitere Aschenplätze zu erweitern, da die Anlage zum damaligen Zeitpunkt sehr stark frequentiert war.

In der Jahreshauptversammlung am 19.01.1984 wurde bezüglich des Vereinshausbaues alles in die Wege geleitet. Die Finanzierung stand im großen und ganzen und für die Durchführung wurde ein
Bauausschuss gegründet, der unter der organisatorischen Leitung von Manfred Weischer und der praktischen und überaus tatkräftigen Leitung von Rolf-Dieter  Kattenstroth sowie der Mithilfe vieler Mitglieder das Vereinshaus baute; die Einweihung fand im Frühjahr 1985 mit großem Tamtam statt.

Seitdem können wir uns im Prinzip als etablierten Verein bezeichnen. Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir über 300 Mitglieder (der Höchststand war 1992 mit 353 Mitgliedern ). Leider sieht die Situation heute nicht mehr so rosig aus, wahrscheinlich weil Tennis auch keine Trendsportart mehr ist, aber auch hier noch einmal der Appell an alle Mitglieder, möglichst die Werbetrommel zu rühren und mitzuhelfen, neue Mitglieder in den Verein aufzunehmen.

Eine kleine Geschichte am Rande:
Kurz nach der Gründung und der Eintragung in das Vereinsregister rief mich der Sportwart eines Münsterländer Speckbrettvereines an, der sich freute, dass es jetzt in Nordrhein-Westfalen einen zweiten Speckbrettverein gibt, da dieser Verein seine Spiele mit gegnerischen Mannschaften nur in anderen Bundesländern
ausüben konnte. Ich musste ihm leider mitteilen, dass wir uns nur so nennen, aber kein echter Speckbrettverein, sondern ein Tennisverein sind, was ihn natürlich nicht gerade erfreute.


Erinnert und aufgezeichnet: Friedrich Wilhelm Diening (1. Vors. von 1974 bis 1998)